Offener Brief

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Liebe Mitglieder, Eltern, Freunde und Förderer,

in den vergangenen Wochen konnten wir die steigenden Fallzahlen verfolgen.

Es stellte sich die Frage, wann der Punkt erreicht ist, an dem ein verantwortungsbewusster Trainings- und Spielbetrieb gefährdet ist.

Um die Lage besser einschätzen zu können, haben wir zunächst versucht telefonisch Antworten auf unsere Anfrage bei dem zuständigen Gesundheitsamt der Stadt Köln zu erhalten. Die Mitarbeitenden verwiesen uns darauf, dass systematische Fragen wie diese nur in Schriftform bearbeitetet/beantwortet werden könnten.

 

Entsprechend formulierten wir folgende Fragen und versuchten Antworten bei dem Gesundheitsamt der Stadt Köln, dem Land NRW, dem DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) und dem Handballkreis Köln Rheinberg zu erhalten.

1. Ein Spieler*in hat Kenntnis davon, dass er*sie z.B. auf der Arbeit Kontakt mit einer infizierten Person hatte und teilt uns dieses mit. Die Entscheidung des Gesundheitsamts, ob eine Quarantäne angeordnet wird, steht noch aus.

– Muss in diesem Fall der Spiel- und Trainingsbetrieb für die betroffene Mannschaft oder alle Mannschaften, zu denen der*die Spieler*in Kontakt hatte, pausieren bis über eine Quarantäne entschieden wurde oder ein COVID-19 Test gemacht wurde?

– Dürfen die Spieler*innen, die gleichzeitig noch Jugendtrainer*innen sind, ihre Mannschaften weitertrainieren, sofern keine Quarantäne angeordnet wurde?

– Gibt es Unterschiede in der Kategorisierung der Kontaktpersonen?

2. Ein/e Spieler*in hat Kontakt zu einer infizierten Person und wurde unter Quarantäne gestellt. Ein COVID-19 Test ist nicht angeordnet.

– Muss die Mannschaft des/der Spieler*in in Quarantäne?
– Dürfen die Spieler*innen, die gleichzeitig noch Jugendtrainer*innen sind, ihre

Mannschaften weitertrainieren, sofern keine Quarantäne angeordnet wurde?

3. Ein/Eine Spieler*in ist nach einem positiven COVID-19 Test identifiziert. – Muss die Mannschaft des/der Spieler*in in Quarantäne?

– Dürfen die Spieler*innen, die gleichzeitig noch Jugendtrainer*innen sind, ihre Mannschaften weitertrainieren, sofern keine Quarantäne angeordnet wurde?

4. Welche generelle Empfehlung gibt es, bei welchen Fällen der Trainings- und Spielbetrieb für eine Mannschaft zu pausieren hat und wie weit ist der Kreis hinsichtlich der übrigen Mannschaften zu ziehen?

5. Gibt es einen Unterschied für Quarantäneanordnungen hinsichtlich

– Spieler*in- Trainer*in- Betreuer*in- Zuschauer*innen der Handballhalle, bei nachgewiesener COVID-19 Infektion eines/einer Spieler*in?

6. Gibt es eine Richtlinie oder Broschüre / FAQ für diese Fälle?

7. Ab einer Infektionszahl von 35 pro 100.000 sollen Spiele ohne Zuschauer *innen stattfinden.

– Wie sieht es mit Eltern aus, die ihre minderjährigen Kinder notwendigerweise zu den Spielen begleiten müssen. Dürfen die Eltern die Halle nicht betreten?

Das Gesundheitsamt der Stadt Köln und das Land NRW haben sich gar nicht zurückgemeldet.

Der DOSB und der Handballkreis Köln Rheinberg haben im Wesentlichen auf das Gesundheitsamt verwiesen.

Tatsächlich muss man feststellen, dass wir als Verein mit diesen Fragen und auch allen weiteren Fragen, die sich in dieser Pandemie noch entwickeln allein gelassen werden.

Wir halten es für wenig reflektiert, dass sich der Handballkreis als verantwortliche Stelle für den Spielbetrieb so der Verantwortung entzieht. Es erscheint schon fraglich, dass in Köln private Feiern auf maximal 10 Personen beschränkt werden, es jedoch kein Problem darstellen soll, dass mit 28 Spielern auf einem Spielberichtsbogen Handball im Wettkampfbetrieb, ohne nähere mit allen Vereinen abgestimmten und konkretisierten Maßnahmen, möglich sein soll.

Zugegeben ist der Kontaktsport nicht verboten.

Dennoch steuern wir zusehends auf die Situation zu, dass bei Aufrechterhaltung des Spiel- und Trainingsbetriebs die Vereine irgendwann die Entscheidung treffen müssen aus dem Spielbetrieb auszuscheiden – mit allen Konsequenzen (Abstieg, Kosten für das Zurückziehen etc.).

Hier wäre ein reflektiertes und frühzeitiges Handeln des Kreises wünschenswert gewesen.

Wir haben uns im Vereinsvorstand lange Gedanken gemacht und miteinander alle Fragen und Konsequenzen abgewägt, so weit es uns möglich war die Konsequenzen überhaupt zu prognostizieren.

Da sich für uns, nach einer Abfrage von Meinungen bei Trainer*innen und innerhalb der Mannschaften, keine klares Bild bietet, welches derzeit eine umfassende Aufrechterhaltung oder Einstellung des Spiel- und Trainingsbetriebes rechtfertigen würde, haben wir uns dazu entschieden die Mannschaften und Trainer*innen bei den jeweils individuellen Entscheidung zu unterstützen:

Will oder kann ein/e Spieler*in nicht weiter am Trainings- und Spielbetrieb teilnehmen, so unterstützen wir diese individuelle Entscheidung absolut.

Wirkt sich das dahingehend aus, dass eine Mannschaft nicht mehr spielfähig ist, werden wir die Mannschaft aus dem Spielbetrieb zurückziehen. Auch dies wird von uns unterstützt und umfänglich getragen.

Wir werden dabei alles in unserer Macht Stehende tun und wie auf diesem Wege klar machen, dass insbesondere diese individuellen Entscheidungen nicht zu kritisieren und zu bewerten/stigmatisieren sind.

Entsprechend wird der Trainings- und Spielbetrieb für die Mannschaften nur so lange aufrecht erhalten, wie Trainer*innen und Mannschaft individuell und kollektiv dahinter stehen!

Um die Mannschaften nicht mehr zu durchmischen als es irgendwie notwendig ist, werden wir versuchen die Mannschaften als geschlossene „Kreise“ zu betrachten.

Möglicherweise verhindern wir so Neuinfektionen im größeren Rahmen.

Wir werden das Hygienekonzept dahingehend anpassen, dass

1. ab sofort keine Zuschauer mehr in der Sporthalle Ostheim zugelassen werden,

2. bis auf alle Aktiven in der Sporthalle Ostheim absolute Pflicht besteht Mund-Nasenbedeckung zu tragen.

Von dem Ausschluss der Zuschauer*innen sind spielfunktionsnotwendige Eltern im Jugendbereich ausgenommen, die Ihre Kinder zu den Spielen fahren und ihre minderjährigen Kinder als Eltern begleiten.

Wir haben in unserem Verein einen offenen Umgang mit den Problemen erlebt, welche die Covid 19-Pandemie mit sich bringt. Dabei ist bemerkenswert, dass die Kommunikation mit den Spieler*innen und vor allem mit den Trainer*innen und Unterstützern in den letzten Wochen auf einen sehr verantwortungsvollen Umgang mit der Thematik schließen lässt, wofür wir uns an dieser Stelle ausdrücklich bedanken möchten!

Wie immer stehen wir jederzeit für Rückfragen zur Verfügung!

Bis dahin alles Gute und bleibt gesund!

Der Vorstand der Handballabteilung

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